Kirchen im Pfarrbereich Angern

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Kirchen im Pfarrbereich Angern:

- Angern,

- Loitsche,

- Mahlwinkel,

- Rogätz,

- Sandbeiendorf,

- Wenddorf,

- Zibberick,

- Zielitz

Kirche in Zibberick

Die Kirche ist ein rechteckiger barocker Saalbau, mit Bruchsteinen und Backsteinen verputzt.

Über dem Westgiebel befindet sich ein Fachwerkturm mit einer hohen abgesetzten Spitze.

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1753. Innen befindet sich ein hölzernes Tonnengewölbe.

Die barocke Ausstattung ist nicht mehr vorhanden.

Die ältesten Nachrichten über die kirchlichen Verhältnisse der Gemeinde sind durch die Generalkirchenvisitation von 1564 bekannt.

Damals war das vom Erzbischof denen von Alvensleben auf Rogätz übertragene Patronat über die Kirche, deren Heiliger unbekannt ist, noch in den Händen derselben Familie und zugleich war es damals ein Filial von Bertingen.

Die Reformation war wahrscheinlich 1554.

Aus diesem Filial erhielt der damalige Pfarrer Johann Düst 21 Scheffel Roggen von der Gemeinde, ein Brot und eine Wurst aus jedem Hause auf Weihnachten, Quartalsgeld und Accidenzien wie in Bertingen, Freiheit vom Hirtenlohn, 4 Schweine frei in die Mastung zu jagen.

Der Küster in Bertingen erhielt aus Zibberick 7 1/2 Scheffel Roggen, ein Brot und eine Wurst aus jedem Hause zu Weihnachten, Ostereier, geringe Accidenzien.

Im Jahre 1686 wurde Zibberick mit Bertingen visitiert.

Heute gehört Zibberick zur Kirchengemeinde Angern.

Der Friedhof befindet sich noch heute direkt bei der Kirche.

Kirche in Mahlwinkel

Die Kirche, Filial von Cobbel, brannte am 24. August 1857 nieder und wurde bis 1860 neugotisch in Backstein wieder aufgebaut. Besonders auffällig ist die aus roten Ziegeln errichtete Turmkonstruktion, bestehend aus dem Kirchturm und zwei im Süden und Norden angrenzenden schlanken Treppentürmen, die den Kirchturm deutlich überragen. Die beiden Treppen muten fast orientalisch an. Fachleute meinen, das Ostwerk der Kirche mit Kirchturm wäre sehr eindeutig in Anlehnung an das Kloster Unserer lieben Frauen in Magdeburg errichtet.

Gotthilf Große in Dresden gegossen. Auf der Glocke steht neben dem Bildnis eines Engels ein Vers aus dem Psalm 34 auf dem Glockenrand: "Siehe des Herrn Auge sieht auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen." Im Westen wird die Kirche durch einen kleinen Chor mit fünfseitigem Schluss begrenzt. Die Außenwände wurden aus Feldsteinmauerwerk errichtet. Dieses wurde mit sehr schönen und aufwendigen Zierelementen versehen, so dass sich ein Umgang um die Kirche lohnt. Mit der neuen Kirche leistete man sich ein durchaus repräsentatives Bauwerk, das in seiner äußeren Erscheinung in dieser Landschaft höchst ungewöhnlich ist. Das erste auffällige Merkmal ist die "falsche" Ausrichtung der Kirche. Der Altarraum ist nicht wie üblicherweise nach Osten ausgerichtet, sondern nach Südwesten, während die Türme nach Nordost stehen. Erklärt wird das damit, dass es der Standort nicht anders zuließ, weil sonst die Rückseite zur Straße hin gestanden hätte. Beim Betreten der Kirche geht es zwei Stufen hinauf, während in allen anderen Kirchen die Stufen nach unten führen.

Sie ist ein rechteckiger gotisierender Saalbau mit eingezogener polygonaler Apsis im Südwesten und imposanter Turmfront nach Nordosten. Der rechteckigeTurm hat ein giebelständiges Glockenhaus mit runden seitlichen Treppentürmen.

Innen befindet sich eine leicht gewinkelte Holzbalkendecke und Ostempore. Der Flügelaltaraufsatz stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der Legende nach soll er von den letzten Hofhirten aus dem zerstörten Dorf Kaldenhausen mitgenommen und in der Feldmark vergraben worden sein. Später sei er gefunden und in die Kirche von Mahlwinkel gebracht worden. Damit müsste er aber auf alle Fälle schon vor 1499 existiert haben, denn das Dorf Kaldenhusen wurde schon vor 1499 als "wüst" bezeichnet. Historische Quellen hierfür gibt es jedoch nicht. Die mit seiner Wiederherstellung beauftragten Restauratoren aus Halle zweifelten das jedoch stark an, denn der Flügelaltar wäre bei weitem nicht so gut erhalten gewesen, wenn er sich über einen so langen Zeitraum hinweg im Erdreich befunden hätte. Sie vermuten als Entstehungszeit des Altars eher die Jahre zwischen 1520 und 1550.

Der Mittelteil des Altars wird von einer Marienfigur bestimmt. Maria ist dargestellt im Strahlen- und Rosenkranz auf blauem Hintergrund. Auf dem Kopf trägt sie die Krone. In der katholischen Tradition ist Maria die Himmelskönigin. Sie wird selbst eine "himmlische Rose" genannt. In der einen Hand hält sie das Zepter mit der anderen hält sie das Jesuskind, das seinerseits eine Kugel mit den Händen umfasst. Dies könnte die Weltkugel symbolisieren. Zepter und Kugel sind Insignien der Macht. Der Maria zur Seite stehen zwei Frauengestalten. Von vorn gesehen stellt die linke Figur die heilige Katharina dar, die rechte Figur wird der heiligen Barbara zugeordnet.

Kirche in Rogätz

Die Rogätzer Kirche wurde um 1500 errichtet.

Zu jener Zeit war sie ein einfacher, mit einem Strohdach gedeckter Feldsteinbau.

Der Reformator von Rogätz war offenbar der lutherische Pfarrer Joachim Ulrich, der 1558 die Pfarre in Loitsche - Rogätz übernahm.

Der Rogätzer Lehrer Willy Schulze berichtet in seiner Rogätzer Dorfchronik: „Wie mir Pastor Riemann erzählte, soll hier im Rogätzer Kirchenarchiv ein Brief Luthers (gest. 1546) vorhanden gewesen sein.“

Rogätz war damals kleiner als Loitsche und Angern.

Es zählte nur 18 Höfe gegenüber 35 in Loitsche und 56 in Angern.

Aus dieser Zeit sind neben dem Klutturm unsere Kirche und deren Kunstschätze die einzigen Zeugen der Vergangenheit, die den Dreißigjährigen Krieg überdauerten.

Während dieses Krieges wurde die Kirche zweimal wiederhergestellt.

Nach der ersten Zerstörung des Dorfes (1626 - 1630) wurde sie mit einem Strohdach neu gedeckt.

Nach der zweiten Zerstörung, bei der im ganzen Dorf kein Stein auf dem anderen blieb (1638 - 1649), wurde sie in der heutigen Form notdürftig neu gebaut (1649/50).

Dieser Bau wurde um 1700 neu renoviert, Emporen wurden eingebaut.

Es wird 1743 über dem Altar ein Stockwerk eingezogen, um die Orgel aufstellen zu können.

1767 bekommt das Kirchenschiff das Tonnengewölbe. Es wird 1802 mit leuchtend blauen Farben ausgemalt.

Es ist ein schlichter einschiffiger Putzbau mit massigem dreigeschossigem Westturm mit eingezogenem Rechteckchor und Sakristei an der Südseite.

Der Kern ist mittelalterlich. Romanische und spätgotische Bauperioden sind nachgewiesen.

Der blockhafte, gedrungene Turm mit mächtiger laternenbekrönter Schweifhaube und aufwendigem Westportal stammt aus der Zeit um 1700.

Die heute vermauerte, erhöhte Öffnung in der Ostwand war der ehemalige Zugang zu einer Orgelempore.

Im 19. Jahrhundert war es der Zugang zu einer Patronatsloge.

Bei der Instandsetzung im Jahre 1963 wurden Reste spätgotischer Wandmalerei von 1480 entdeckt.

Sie sind überstrichen.

Die letzte Renovierung erfolgte in der Zeit 1995 bis 1997.

Die von 1767 eingezogene Holztonne auf reich gegliedertem Gesims und hohen Stichbogenfenstern wurde 1995 erneuert.

Das Innere der Kirche aus dem frühen 17. und 18. Jahrhundert ist mit der qualitätsvollen Ausstattung gut erhalten.

Der hölzerne Altaraufsatz stammt aus der Zeit um 1600/10.

Er ist von klarer tektonischer Gliederung.

Im quadratische Mittelfeld, zwischen Freisäulen, zeigt das Gemälde der Auferstehung Christi.

Die noch gotischen Alabasterfigürchen von Maria und Johannes dem Evangelisten und das dem Sockel aufgelegte Alabasterrelief des Abendmahls sind aus minderer Qualität und aus anderen Zusammenhängen hinzugefügt.

Über dem Gebälk mit Diamantquadern ist ein durchbrochener Aufsatz mit Beschlagwerk.

Die hölzerne Kanzel mit gedrehten Ecksäulen stammt aus der Zeit um 1610/1620.

In den Brüstungsfeldern, vielleicht aus einem ehemaligem Epitaph um 1600, sind fünf komponierte Alabasterreliefs.

Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi (Geburt, Geißelung, Grablegung, Auferstehung, Himmelfahrt).

Die üppig figurierte Sandsteintaufe aus dem 18. Jahrhundert, hat eine breite Kuppa mit einem ausladendem Rand auf gedrungenem Schaft.

An ihn gelehnt sind vier lautespielende Engel, fast vollplastisch ans Becken geschmiegt.

Die Evangelisten mit ihren Symbolen sind zum Teil beschädigt.

Dazwischen sind die Wappenschilde von der Schulenburg, von Alvensleben, von Münchhausen, von Jagow zu sehen.

Die Orgel hat einen besonderen Stellenwert. Die erste Orgel stammte aus dem Jahr 1734.

Nach Ausbau- und Renovierungsarbeiten wird sie 1801 auf den Westchor umgesetzt.

Eine umfangreiche Reparatur wurde 1872 von dem Rogätzer Tischlermeister und Orgelbauer A. Dietz vorgenommen.

Während des ersten Weltkrieges mussten die zinnenen Prospektpfeifen ausgebaut und abgeliefert werden, was sie funktionsuntüchtig machte.

Sie wurde noch bis Mitte der 20er Jahre hin und wieder genutzt. 1928 baute die Orgelfirma Wilhelm Rühlmann aus Zörbig die Orgel völlig neu auf.

Sie wurde in den Kirchturm verlegt.

Lange Jahre tat sie ihren Dienst, wurde aber zunehmend reparaturbedürftig.

Eine solche wurde Ende der 70er Jahre vorgenommen, die Orgel ist dabei wieder auf die Empore zurück versetzt worden.

Sie hat ein doppeltes Manual und ist gut anzuhören.

Am Übergang zum Triumphbogen ist ein Figurenepitaph mit alter Bemalung für Reimarus von Alvensleben (gest. 1568).

Über der gerüsteten Gestalt des Verstorbenen ist ein Auferstehungsrelief.

Außerdem befinden sich dort noch verwitterte Figurengrabsteine der Familie von Alvensleben.

Außen an der Sakristei sind zwei Figurengrabsteine eingemauert.

Der Kindergrabstein Achatius von Alvensleben (gest. 1564) und der Rittergrabstein Reimart von Alvensleben (gest. 1568).

Im Turm der Kirche hängt eine Glocke. Sie trägt weder eine Namensbezeichnung noch eine Jahreszahl.

Im oberen Teil unterhalb der Aufhängung hat sie eine Doppellinie, unterhalb derer Darstellungen der Kreuzigung und eines segnenden Bischofs.

Kirche in Wenddorf

Die evangelische Kirche ist ein schlichter barocker Fachwerksaal über rechteckigem Grundriss mit Walmdach von 1701.

Im Westen befindet sich ein älterer quadratischer Feldsteinturm mit ins Achteck überführtem Spitzhelm.

Das Fachwerk mit Eckstreben, die Fensterachsen mit rundbogigem Rahmenwerk in romanisierendem Stil der Zeit um 1860.

Innen ist eine leicht angewinkelte Flachdecke zu finden.

Weiteres Inventar ist die Westempore, ein spätgotischer Taufstein, achteckig und kelchförmig aus dem Vorgängerbau.

Die Bronzeglocke ist von Heinrich Borstelmann aus Magdeburg, 1613 mit dem Relief des heiligen Georg.

Die Kirche ist ortsbildbeherrschend in straßenbildprägender Ecklage in der Ortsmitte. Der Kirchhof ist von einer mauer umgeben,

Der Ort Wenddorf wurde im 30jährigen Krieg wahrscheinlich zerstört.

Der Wiederaufbau erfolgte nicht an der alten Dorfstelle sondern etwa 5 Minuten entfernt davon.

Die Kirche stand also ursprünglich an anderer Stelle.

Im Protokoll der Kirchenvisitation von 1650 wird ihr Zustand wie folgt beschrieben: Das Kirchengebäude ist ziemlich dachlos, die Stühle sind verbrannt, der Glockenstuhl baufällig.

Nur Taufstein, zwei Glocken und Abendmahlsgerät war vorhanden.

1686 fand die nächste Visitation statt. Die Kirche ist immer noch in schlechtem Zustand und wird als armselig, dach- und fachlos bezeichnet.

1701 ist die neue Kirche erbaut worden.

Richtfest soll am 24.06.1701 gewesen sein.

Wenddorf war offensichtlich schon zu dieser Zeit ein Filial von Angern.

73 Taler für den Neubau der Wenddorfer Kirche sollen aus Kollekten anderer Gemeinden gespendet worden sein.

Wenddorfer und zwei Angeraner Bürger spendeten bunte Fenster für die Kirche, die jedoch schon Anfang des 20.Jahrhunderts nicht mehr existierten.

Die Glocke stammt aus dem Jahr 1613 und trägt die Inschrift: Soli deo Gloria.

Jene Fenster, die im Jahre 1701 angefertigt wurden, sind nicht mehr vorhanden.

Sie wurden 1850 durch neue ersetzt. Überliefert wurde, was einige Fenster zeigten:

Das eine Fenster zeigt einen Landmann, der mit vier kräftigen Pferden seinen Acker pflügt und daneben einen Mann, der mit dem Saattuch in der Hand über sein Feld schreitet.

Unter dem Bild steht: Hans Briest und Anna Osthern, 1701.

Das zweite: Ein Schütze schießt auf ein Reh, das in wilden Sprüngen davoneilt und dabei verwundert nach dem Mann mit der Flinte sich umschaut.

Darunter steht: Gottfried Levheit, 1701.

Das dritte Bild zeigte zwei Weberschiffchen und hat die Unterschrift: August Briest, 1701. Auf dem vierten Bild sah man einen Schmied, welcher ein Pferd beschlägt, und liest den Namen: Jakob Wienecke, 1701.

"Es war am Tag Johannes des Täufers, da man schrieb die Jahreszahl 1701.

Heiß brannte die Sonne vom wolkenlosen Himmel hernieder. Auf den Wiesen war man eifrig beschäftigt, Männer mit der Sense, Frauen und Mädchen mit der Harke; hier und da wurde ein Wagen mit Heu beladen.

In Wenddorf schien man es an diesem Nachmittag mit der Feldarbeit nicht besonders eilig zu haben.

Frauen und Mädchen, Kinder und alte Leute standen am Kirchplatz oder saßen auf den dort liegenden großen Steinen und sahen zu, wie die Zimmerleute und die kräftigen Männern des Ortes die letzten Sparren für die Kirche und den Turm hinaufzogen und befestigten. Jetzt war das Werk getan.

Eine Krone war darauf gesetzt. Das Richtfest der Kirche konnte gefeiert werden.

Der Pfarrer Matthias Heinecke aus Angern war bereits anwesend.

Der Schulmeister Sebastian Briest hatte sich mit den Dorfkindern aufgestellt.

Jetzt kam der Patron der Kirche, Oberst Matthias Daniel von der Schulenburg, geritten, zehn Schritte hinter ihm sein Reitknecht Jürgen Brohmann.

Nachdem der Oberst abgestiegen war und die Zügel dem Reitknecht übergeben hatte, trat er zum Bauplatz.

Alle verneigten sich vor dem hohen Herrn. Die Feier begann.

Sebastian Briest hob an und alle fielen ein: "Nun danket alle Gott ...".

Darauf las Pfarrer Heinecke das Wort der Bibel vor: "Wo der Herr nicht das Haus bauet, da arbeiten umsonst, die daran bauen", und knüpfte daran ein Dankgebet.

Matthias Daniel von der Schulenburg wies in einer Ansprache darauf hin, dass in demselben Jahr, in welchem das Kurfürstentum Brandenburg zum Königreich Preußen erhoben sei, den Wenddorfern eine neue Kirche gebaut sei.

Er erwarte, dass sich die Wenddorfer allezeit als treue und gehorsame Untertanen des Königs von Preußen und aller weltlicher Obrigkeit zeigten.

Zuletzt betete noch der älteste der Zimmerleute oben auf dem Turme stehend seinen Spruch.

Sebastian Briest, der Schulmeister aber sang mit der Gemeinde das Schlusslied. Die Feier war beendet ..."

Beschreibung des Zustandes der Kirche aus dem Jahr 1930

Turm und Kirche wurden in neuer Zeit mit einem Zementputz versehen, der bereits in großen Stücken heruntergefallen ist.

Die zweite Glocke musste im Ersten Weltkrieg abgegeben werden.

Die holzverschalte Balkendecke wurde wahrscheinlich gegen 1850 eingebaut, unverputzt und mit Ölfarbe wenig schön gestrichen.

Die Wände sind ebenfalls um 1850 mit Leimfarbe gestrichen worden.

Das alte Gestühl, die alte Kanzel und die Empore sollen mit hässlich gelbbrauner Ölfarbe bemalt worden sein.

Renovierung um Umgestaltung der Kirche nach 1955

1956 - Der Innenraum der Kirche erhält einen neuen Kalkanstrich

1964 - Erneuerung der kaputten bleiverglasten Fenster

1965  - Grundlegende Umgestaltung des Innenraumes; Umbau der Empore zum Gemeinderaum; die altersschwache Orgel wird abgebaut, der baufällige und wurmstichige Kanzelaltar und die Seitenbänke im Altarraum verschwinden, der Innenraum erhält einen neuen Anstrich.

1975 - Neueindeckung des Kirchendaches

1980 - Instandsetzung des Turmdaches

1988 - Beginn der dringenden Arbeiten zur Sicherung des Bauwerkes

1989 - Erneuerung des Schwellbalkens neben der Tür; Innenausbau der Kirche; Verkleidung der schadhaften Wände mit Hartfaserplatten

1991 - Erneuerung des Putzes an Turm und Kirche; Entdeckung des Zierfachwerkes aus der Ursprungszeit. Dieses wird fachgerecht restauriert.

Die Außenbalken bekamen einen neuen Anstrich und die bunten Fenster am Ostgiebel wurden restauriert.

1994 - Beginn der Malerarbeiten, die von der Gemeinde in Eigenleistung ausgeführt wurden.

(Informationen entnommen aus der Chronik von Pfarrer Lühe und den Aufzeichnungen von Pfarrer Fechner.)

Kirche in Sandbeiendorf

Die Kirchen, die aus der romanischen Zeit erhalten geblieben sind, wurden nach dem norddeutschen Schema mit dem breiten, massigen Westquerturm, auch Klumpturm genannt, gebaut. Leider ist die alte, wuchtige Form verloren gegangen.

In seiner vollen Entfaltung verbreitete der Westturm einen starken und schützenden Eindruck.

Dazu gehören die Kirchen in Uchtdorf, Sandbeiendorf und Ochtmersleben, die sich bis auf geringe Abweichungen ähneln.

In Sandbeiendorf steht ein vierteiliger, äußerst malerischer Gruppenbau, dessen Ursprung nicht mehr bekannt ist.

Dem Westturm ist nur die alte, wuchtige Form verloren gegangen.

Die Halbrundapsis hat noch ihr ursprüngliches Kuppelgewölbe und Kegeldach.

Das Altarhaus von 4,30 mal 8,40 m hat je ein Fenster, und von Seiten der Pfarrei eine vermauerte sogenannte Pfarrtür.

Das Langhaus, mit 19,60 m, hat eine innen giebelig gedeckte Tür als Nische hinzubekommen und der Triumphbogen ist seitlich und oben gründlich verhauen.

Im Denkmalverzeichnis steht: Putzbau mit gedrungenem Westturm in ortsbildbeherrschender Höhenlage, im Kern romanischer Saalbau des späten 12./frühen 13. Jh. mit eingezogenem Chor und halbrunder Apsis, einschiffig, alle Bauteile mit Ausnahme der Apsis stark barock überformt.

Turm aus barocker Umbauphase von 1659 mit markanter flacher Schweifhaube sowie kleiner Spitze, an der Westseite bemerkenswerte Lisenen- und Blendgliederung.

Im Kern handelt es sich um eine romanische Saalkirche mit eingezogenem Chor und halbrunder Apsis. In der Apsis ist noch ein ursprünglich leicht zugespitztes Spitzfenster und die Priesterpforte erhalten.

Beidseitig sind drei Rundbogenfenster im 17. Jahrhundert flachbogig verbreitert worden.

Die enorme Dicke der Westmauer, in Verbindung mit der erwähnten alten Tür im Schiff, der jetzige quadratische Grundriß von 3,20 m, die Gliederung mit Simsen und Lisenen in verputztem Backstein, sowie die Umrahmung der Zifferblätter und Schallöffnungen lassen den Schluß zu, dass damals ein landesüblicher Klumpturm vorhanden war und zu der Jahreszahl in der alten Turmfahne von P.B.F. 1659 passt.

Zu dieser Zeit wurde der Turm neu gebaut.

Innen ist die Kirche flachgedeckt mit unregelmäßigem Triumphbogendurchbruch und kurzer Westempore.

Die Sakramentnische ist schulterbogig mit einer eisenbeschlagenen Tür.

Die schlichte Ausstattung stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Die Bronzeglocke ist in Zuckerhutform und stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Auf dem Kirchhof befindet sich eine quadratische klassizistische Grabstele.

Darauf sind Reliefs mit Tugendsymbolen abgebildet.

1751 mußte der Turm wieder ausgebessert werden und die alte Turmfahne wurde durch die heutige ersetzt.

In die Kugel wurde ein Schriftstück in Latein hineingelegt.

In ihr wird berichtet, dass das Patronat im Amt Burgstall und somit auch in Sandbeiendorf Christian Friedrich Garn Erbamtmann in Groß Schwarzlose inne hatte.

Pastor in Kröchern und Sandbeiendorf war Gottlieb Leberecht Tischer.

Der Turm wurde aus dem Vermögen der Kirche bezahlt.

Die Arbeiten wurden unter Leitung des Königlichen Baumeisters Friedrich August Fiedler aus Magdeburg ausgeführt.

Die Bauarbeiten wurden vom Maurermeister Johannes Kussen, aus Angern, ausgeführt und die Dacharbeiten von Nikolaus Langbein aus Schwarzlose.

Kirchenväter waren Peter Müller und Andreas Osterheeren, Kirchenrendant Christoph Franke.

Nach 75 Jahren, 1826, wurden wieder mehrere Reparaturarbeiten notwendig.

Das Kirchendach wurde umgelegt und der Kirchenboden mit ¼ alten und ¾ neuen Brettern, ebenso auch der Chorboden neu gedielt.

Die Kirche wurde mit neuen Fenstern versehen und die Wände innen und außen abgezwillt und geweißt.

Der Turm wurde mit 3 neuen Böden versehen; einige Rahmen und Balken wurden eingesetzt.

Das Dach wurde neu beschalt und mit Schiefer gedeckt, das Mauerwerk wurde überall ausgebessert und der ganze Turm von außen geweißt.

Der Landbauinspektor Mallin aus Magdeburg ordnete und leitete den Bau mit Genehmigung der Königlichen Regierung und deren Abteilung für die Kirchenverwaltung und das Schulwesen.

Kirche in Loitsche

Wann die erste Kirche in Loitsche errichtet wurde und wie sie ausgesehen hat, ist leider nicht bekannt.

Der erste urkundliche bekannte Pfarrer war Joachim Ulrich der 1558 seinen Dienst in Loitsche antrat.

Er ist vielleicht der erste lutherische Pfarrer der nach der Reformation in Loitsche tätig war.

Im Jahre 1683 wurde eine neue Kirche errichtet, da die alte Kirche nach dem Dreißigjährigen Krieg nur notdürftig repariert worden war.

Das Geschlecht derer von Alvensleben von Rogätz waren damals Gerichtsherr und Patron der Kirche in Loitsche.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten Rogätz, Loitsche, Hilgendorf und Bertingen gemeinsam einen Pfarrer, namens Johannes Knoche.

Von 1793 bis 1820 wurden zwei gesonderte Kirchenbücher geführt.

Das eine wurde für Loitsche und Ramstedt geführt und das zweite Kirchenbuch für Hilgendorf und der Wehrmühle.

1789 fiel ein Teil von Hilgendorf und fast ganz Loitsche, die Kirche, die Pfarrei, und die Schule den Flammen zum Opfer.

Sämtliche Akten und Kirchenbücher verbrannten, nur das Kirchenbuch seit 1735 wurde gerettet.

Es wurde wieder eine neue Kirche aufgebaut und 1793 eingeweiht.

Die Kirche ist ein rechteckiger länglicher barocker Saal.

Es ist ein Putzbau mit Lisenengliederung und hohen Stichbogenfenstern.

Der Westturm stammt vom Vorgängerbau mit der Inschrift 1683.

Er wurde 1795 durch Fachwerkaufsatz mit abgesetzter, ins Achteck übergeführter Spitze ergänzt.

Das Innere der Kirche wurde um 1960 eingreifend umgestaltet.

Die Hufeisenempore wurde verkürzt, der Chor wurde in Backstein erneuert.

Die hölzerne neugotische Taufe hat eine polygonale Kelchform und stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Weiterhin befindet sich in der Kirche ein romanisierender Orgelprospekt von R. Voigt aus Stendal aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.

Die Bronzeglocke stammt aus dem Jahre 1790.

Außen befinden sich zwei barocke Inschriftgrabsteine.

Der eine ist für Pfarrer Joh. Georgius Fabricius Wendeburg, der 1693 gestorben ist.

Im Pfarrgarten steht das Fragment eines kelchförmigen romanischen Taufsteins mit Rundbogenfries.

Der jetzige Friedhof wurde im Jahre 1845 angelegt und der alte Friedhof an der Kirche wurde geschlossen.

Da Ramstedt mit Loitsche eine Kirch- und Schulgemeinde bildete, wurde es im Jahre 1928 eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil von Loitsche.

Eines der herausragendsten Ereignisse des Jahres 1930 war die Glockenweihe.

Folgende kleine Beschreibung der Ereignisse ist uns erhalten geblieben: „Unsere Glocke ist da! - der Kirchendiener klingelte die Nachricht auf Straßen und Gassen.

Jung und Alt zog gegen 6.00 Uhr am Abend nach dem Bahnhof, wo die Glocke im Bahnwagen ihrer Einholung harrte.

Auf einen tannenzweigbekränzten Rollwagen zog der Festzug ins Dorf.

Voran der Wagen mit der Glocke, dann die Kinder unter Führung Kantor Müllers, die Schar der Jugendlichen und der Pastor mit den Gemeindemitgliedern.

Es war ein Dorffest.

Im Dorf angekommen ergriff der Pastor das Wort, er erinnerte an die Vaterlands- und Dorfgeschichte.

Im Verlauf der Rede: „Wie die kleine Glocke 1790 das Gedächtnis wach halten wolle an die verheerende Feuersbrunst vom 20.09.1789, die fast das ganze Dorf mit der Kirche zerstörte, 22 Menschen versehrte und 2 Todesopfer forderte, wie die große Glocke von 1846 in den Weltkrieg wanderte.

Heute ist sie uns in neuem Gewande und strahlender Schöne wiedergegeben.“

Kirche in Zielitz

Die evangelische Kirche St. Nikolaus ist eine rechteckige geputzte barocke Saalkirche von 1726.

Der Westturm ist in einfachen romanisierenden Formen mit achteckigem Spitzhelm von 1877 versehen.

Das Schiff der Kirche ist mit Ecklisenen und gutem Kranzgesims gegliedert.

Die Fensteranordnung im Westteil ist zweigeschossig mit Korbbogenfenster über querovalen Fenstern.

Die Zielitzer Kirche wurde seit ca. 1544 von Farsleben mit verwaltet.

Die Farsleber Pfarrer waren für die Filiale Zielitz mit verantwortlich.

Hauptaugenmerk wird in der heutigen Zeit auf die Sanierung der Kirche gelegt.

So konnten in letzter Zeit einige Arbeiten ausgeführt werden.

Der Turm wurde teilweise mit neuen Balken versehen und der Aufstieg wurde teilweise neu gemacht.

So ist ein gefahrloses Aufsteigen bis zur Kirchturmspitze möglich.

Die Wetterfahne, die nach dem Krieg restauriert wurde, ziert wieder den Kirchturm.

Eigentlich sollte die Kugel gleichzeitig komplett abmontiert und geöffnet werden.

Sie ließ sich aber ohne technischen Aufwand nicht abnehmen.

Aber auch das Anbringen der Wetterfahne war kein leichtes Unterfangen, bei einer Höhe von 37 Metern.

Die Gemeinde Schricke war schon 1564 und 1785 nach Farsleben eingepfarrt, später wurde sie zu Zielitz gelegt.

Die Abendmahlsgefäße der Schricker gingen nach Zielitz.

Wann Schricke eine eigene Kirche besaß, kann man leider aus keinen Unterlagen ersehen, aber W. Schulze aus Wolmirstedt schreibt 1927 in „Heimatstimmen“, dass die Kirche um 1818 noch ziemlich gut erhalten war und dann in eine Brennerei umgewandelt wurde.

Das Innere ist flachgedeckt.

Die einfache bauzeitliche Ausstattung hat eine sehr geschlossene Wirkung mit der Hufeisenempore, dem Kastengestühl und dem Kanzelaltar im Mitteldurchgang.

Die geschnitzten Akanthuswangen, flankierenden Kompositsäulen und der bekrönende gesprengte Giebel sind ebenfalls sehr wirkungsvoll.

Am dreiseitigen Kanzelkorb befinden sich Blattwerk und Voluten.

Im Westen befindet sich der romanisierende Orgelprospekt der Firma R. Voigt aus Stendal.

 

Im Turm befindet sich eine eingemauert Bauinschrift von 1726, die im nächsten Kapitel beschrieben wird.