Ortsteil Bertingen

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OT Bertingen Gemeinde Angern

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Lage:

Bertingen liegt in der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide. Es liegt in der märkischen Elbtalniederung, im Landkreis Ohrekreis und an der Grenze zum Landkreis Stendal.

Verkehrsanbindung:
Über die K 1183 ist Bertingen mit Mahlwinkel verbunden. Von Mahlwinkel aus führt die K 1176 nach Rogätz. Von Rogätz aus gelangt man auf der L 44 nach Wolmirstedt und weiter nach Haldensleben. Busverbindungen bestehen nach Angern, Rogätz, Wolmirstedt, Burgstall, Tangerhütte, Birkholz, Grieben, Polte und Cobbel.

Das historische Bertingen

Der Name des Ortes lautet in ältester bekannter Gestalt 1225 Bertigge, 1278 Bertinge, Berting; 1447 Berthinge; 1564 Barting, 1785 Bertingen. Der Ort Bertingen würde bereits in der Stiftungsurkunde des Klosters U. L. Fr. in Magdeburg vom Jahre 1015 sich erwähnt finden, wenn dort Bartinge und nicht wahrscheinlich Vartinge zu lesen wäre. Dort wird der Zehnt in Vartinge dem genannten Kloster vom Erzbistum Gero überwiesen, damit aus seinem Ertrag die Ausbesserung hölzerner Gerätschaften im Kloster bezahlt werde.

Als erste gesicherte Nachricht über Bertingen erscheint die vom Jahre 1225: Die Stadt Werben kauft vom Vormund der Markgrafen Johann und Otto, Heinrich von Anhalt, eine Wiese jenseits der Elbe, dabei erscheint als Zeuge Otto, advocatus de Bertigge, also stammte er wohl aus Bertingen und war Vogt in Werben. Im Jahre 1278 bestätigten die Markgrafen Johann, Otto und Konrad von Brandenburg dem Kloster Neuendorf bei Gardelegen, alle früheren Schenkungen, darunter in Bertinge (Berting) eine Hufe Acker. Die erste urkundliche Nachricht, dass Bertingen zum Schloss Rogätz gehörte, erhalten wir in dem für die v. Alvensleben ausgestellten Lehnbriefe vom Jahre 1447. Dieser Besitzstand wird in den folgenden Lehnbriefen von 1461 und 1516 wiederholt. Im 16. Jahrhundert unterstanden die Siedlungen der Gegend im wesentlichen zwei Adelsfamilien: derer von Alvensleben auf Rogätz und derer von Schulenburg auf Angern. Letzteren gehörte ein ziemlich geschlossenes Gebiet mit Angern, Wenddorf, Cobbel, Sandfurth, Uetz, Kehnert, Ramstedt und Schricke.

Dagegen gehörten zum Gebiet derer von Alvensleben neben Rogätz und Loitsche, auch Bertingen und Zibberick. Gemeinsam mit den Gerichten Angern, Rogätz und Neuhof (bei Glindenberg), sowie weiteren Gebieten in Heide und Börde zählten die Ländereien bereits seit dem 14. Jahrhundert zum Amt Wolmirstedt.

Durch die Ansiedlung in der Elbniederung mit starker Überschwemmungsgefahr, wurde ein Standortwechsel des Dorfes notwendig, wahrscheinlich kurz vor 1571, wo beim Neubau der Kirche erwähnt wird, dass „einige Jahre vorher das Dorf wieder aufgebaut war“ oder nach 1679, wo bei einem Durchbruch der Elbe Bertingen und Rehagen „gänzlich zerstört“ wurden. Denn die Elbe machte früher eine weite Schleife (Treidel, Treuel genannt). Bertingen wurde an der heutigen Stelle neu aufgebaut. Das am alten Standort benachbarte Dorf Rehhagen wurde nicht wieder aufgebaut. Seine Bewohner gingen nach Bertingen, Zibberick und Mahlwinkel. 1779 brannte fast das ganze Dorf Bertingen, außer der Kirche mit Turm, ab. Vier Jahre später, 1783 kam es im Vertrage zwischen deren v. Alvensleben-Rogätz und v. d. Schulenburg-Kehnert samt Zibberik zu Kehnert, wogegen Farsleben an Rogätz abgetreten wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten zum Amtsbezirk Kehnert die Orte Kehnert, Sandfurth, Uetz, Ringfurth und Cobbel. Und zum Amtsbezirk Mahlwinkel zählten die Dörfer Mahlwinkel, Zibberick und Bertingen.

Das heutige Bertingen
Bertingen liegt in der märkischen Elbtalniederung, im Landkreis Ohrekreis. Im Jahr 1993 schaffte es Bertingen, in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen zu werden. Neben Zuschüssen für private Dach- und Fassadensanierungen konnte so auch der Wege- und Straßenbau im Dorf beschleunigt durchgeführt werden. Auch die neue Straßenbeleuchtung wurde so realisiert.

Das Jahrhunderthochwasser 2002
Wasser, wohin das Auge schaut. Besonders gefährdet sind die nahe der Elbe gelegenen Gemeinden. Glindenberg, Heinrichsberg, Angern, Wenddorf, Mahlwinkel/Zibberick und Bertingen wurden vollständig evakuiert. In Wolmirstedt, Zielitz, Farsleben betraf es einige Ortsteile. In Rogätz betraf es das Betonwerk „Bördebeton“ und die Elbfähre. Die Bewohner wurden, sofern sie nicht schon bei Freunden oder Verwandten Unterschlupf gefunden hatten, in Turnhallen und Schulen untergebracht. Die Feuerwehr, THW, Soldaten und viele freiwilligen Helfer arbeiteten daran, die Lücken im Deichdamm mit Sandsäcken und Folie zu schließen, oder die Deiche mit Sandsäcken zu erhöhen. Am 19. August 2002 stieg die Ohre zwischen Heinrichsberg und Loitsche von 3, 60 auf 3,80 Meter. Ein 1,3 km langer, künstlich errichteter Deich schützte u. a. Mahlwinkel, Zibberick, Tangermünde und Tangerhütte vor der Jahrhundertflut.